Sicherheit

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100% Sicherheit kann im Straßenverkehr nicht erreicht werden. Der größte Unsicherheitsfaktor ist der Mensch. Somit liegt im Menschen das größte Potenzial zur Erhöhung der Sicherheit. Im Rahmen der Verkehrssicherheitsforschung hat man sich traditionell eher auf die Analyse von Unfallursachen als auf die Analyse von Faktoren des verkehrssicheren Verhaltens konzentriert. Ein positiver Zugang zur Verkehrssicherheit wurde im Rahmen der sogenannte GDE-Matrix (goals for driver education – Ziele der Fahrausbildung) gewählt.

Bild:Buchtipp_1.jpg[1] mehr Inormationen

Bei Crash-Tests wird überprüft, welchem Auto man wie viele von fünf Sternen geben kann. Beim Menschen ist dies ebenso möglich:

Der „5-Sterne Autofahrer gemäß GDE-Matrix“:

Der sichere Autofahrer erfüllt folgende Voraussetzungen:

1. gute Fahrtechnik: Fahrzeugbedienung und Fahrzeugbeherrschung

2. gute Kenntnisse zum Fahren im Straßenverkehr, auch unter schwierigen Bedingungen

3. die richtige geistige und körperliche Verfassung (fit statt müde, konzentriert, kein Stress, sicherheitsbetonte Fahrmotive statt Angeberei, Aggression etc.)

4. eine optimal Persönlichkeit (verantwortungsvoll, emotionale stabil, sicherheitsbewusst, sozial denkend, richtige Einstellungen und Werthaltungen etc.)

5. die Fähigkeit zur richtigen Selbsteinschätzung auf den Ebenen 1 bis 4.


Dieser skizzierte „5-Sterne Autofahrer“ entspricht dem Modell der GDE-Matrix. Der sichere Autofahrer ist demnach nicht derjenige, der bloß über die besten fahrtechnischen Fähigkeiten verfügt. Diese Fähigkeiten sind zwar eine wesentliche Grundlage für die Sicherheit, aber dafür wird eben nur einer von fünf Sternen vergeben.

Ein zentrales Problem bei der Verkehrssicherheitsarbeit liegt darin, dass der Mensch nicht nur dem Vernunftprinzip folgend nach Sicherheit strebt, sondern auch dem Lustprinzip folgend nach Risiko.

Gerade das Automobil fördert das Lustprinzip. Im Auto befindet man sich in einem von der Umwelt relativ abgekapselten Raum, man ist relativ anonym und somit weitestgehend geschützt vor negativen Konsequenzen und vor allem ist man „allmächtig“ (ohne eigenes Dazutun kann man übermenschliche Geschwindigkeiten erreichen und das unabhängig vom Wetter und der eigenen körperlichen Fitness).

Diese Verlockungen sind oft im Widerspruch zur Sicherheit. Auch in der Automobil- und Motorradwerbung wird eher das Lust- als das Vernunftprinzip angesprochen.

Ein wesentliches Ziel der Verkehrssicherheitsarbeit sollte darin bestehen, nicht (nur) belehrend zu wirken, sondern die Menschen darin zu unterstützen, das eigene Bedürfnis nach der persönlichen Sicherheit noch besser und konkreter wahrnehmen zu können – also das eigene Vernunftprinzip zu stärken. Und das Lustprinzip sollte dabei nicht verleugnet werden, sondern es sollte jene Freude am Autofahren gefördert werden, die nicht im Widerspruch zur Sicherheit steht (z. B. ein schönes Design, Interesse an technischen Details etc.).

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