Airbag

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Bewegungssensoren in der Fahrzeugkarosserie erkennen plötzliche Verzögerungen und lösen dadurch die Airbagzündung noch aus, bevor die Deformation der Karosserie durch eine Kollision den Fahrgastraum erreicht hat. Dann „öffnet“ sich der Airbag nicht, er explodiert vielmehr in 20 bis 40 Millisekunden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 180 km/h. Ist man nicht angeschnallt, kann es leicht passieren, dass man in den gerade explodierenden Airbag hineinfällt. Dies kann zu schweren Gesichtsverletzungen oder gar zum Tod führen, insbesondere bei Babys, die sich in Kindersitzen (Babyschalen) entgegen der Fahrtrichtung befinden. In diesem Fall muss sogar der Airbag unbedingt deaktiviert werden.

Frontairbags verfügen über kleine Öffnungen, damit die Luft während des Aufpralls ein wenig entweichen kann, um die Wucht des Aufpralls etwas zu mindern. Danach entweicht die Luft sofort gänzlich. Seitenairbags bleiben für mehrere Sekunden aufgeblasen, sodass die Insassen während eines Überschlags nicht auf harte Karosserieteile prallen. Bei der Explosion entsteht ein sehr lauter Knall von bis zu 160 Dezibel, was auch zum Gehörsturz führen kann.


Besondere weitere Gefahren bestehen,

• wenn man die Füße aufs Armaturenbrett legt

• bei einer Lenkradhaltung auf „12 Uhr“, weil dann die Hände ins Gesicht geschlagen werden

• bei Sitzpositionen ganz nahe am Lenkrad

• bei Einsatzkräften, die nach einem Unfall am Wrack hantieren. Hier können Airbags noch irrtümlich zünden und zur tödlichen Gefahr werden. Es empfiehlt sich umsichtig zu hantieren bzw. die Batterie(n) abzuklemmen und einen Stromverbraucher (Alarmblinkanlage etc.) einzuschalten, um sicherzugehen, dass kein Strom mehr fließt.


Heute gibt es neben Frontairbags, auch Seiten-, Kopf- und Knieairbags sowie Airbags für die Rücksitze. Airbags wurden seit den 1960er Jahren entwickelt. Nach anfänglichen Fehlschlägen in den USA erhielt Mercedes im Jahr 1971 das Patent und entwickelte den Airbag zu Serienreife. Erstmals wurde ein Airbag in der Mercedes S-Klasse im Jahr 1980 serienmäßig eingebaut. Heute gibt es kaum noch Autos ohne Airbag. Zusammen mit dem Sicherheitsgurt retten sie Leben – ohne Gurt werden sie zur mitunter tödlichen Gefahr.

Im Jahr 2006 wurde von Honda der erste Motorradairbag vorgestellt.

Airbags für Fußgänger in der Fahrzeugfront haben sich noch nicht durchgesetzt, jedoch gibt es bereits sich um 15 cm blitzschnell anhebende Motorhauben. Dadurch bietet das Blech der Motorhaube dem Fußgänger mehr Deformationsfläche. Ansonsten würde er gleich auf die Motorteile unmittelbar unter der Motorhaube prallen.

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